Die Geschichte unseres Biohofs ist untrennbar mit dem Hof vulgo Ragelle in Friesach verbunden. Seit über einem Jahrhundert ist dieser Ort das Fundament unserer Familie und der Ursprung unserer Leidenschaft für die Landwirtschaft.
Alles begann im Jahr 1908, als meine Urgroßeltern Genovefa und Roman Pichler den Besitz mit etwa 9 Hektar Grund erwarben. Schon früh bewies unsere Familie Innovationsgeist: 1941 holte mein Großvater Pius Pichler mit einem Lanz Bulldog den ersten Traktor auf den Hof. Dieser diente damals unter anderem zum Antrieb einer Steinquetsche – der damit erzeugte Schotter wurde sogar im Fundament der Zeltschacherstraße verbaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs der Betrieb stetig: Haus und Stall wurden vergrößert, zusätzliche landwirtschaftliche Flächen und Wald wurden zugekauft.
Bereits Anfang der 1950er Jahre legten wir den Grundstein für unser heutiges Steckenpferd: den Erdäpfelbau. Was damals mit der Saatgutvermehrung begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem spezialisierten Speiseerdäpfelanbau, der kontinuierlich ausgebaut wurde.
Als meine Eltern, Edeltrud und Berthold Pichler, den Hof 1977 übernahmen, führten sie ihn als vielseitigen Vollerwerbsbetrieb mit Rinderhaltung, Forstwirtschaft und dem Erdäpfelbau erfolgreich in die Moderne.
Seit ich den Betrieb im Jahr 2008 übernommen habe, stand das Tierwohl im Mittelpunkt. Wir stellten den Stall auf Laufstallhaltung für unsere Mutterkühe um. Im Zuge dieses Umbaus errichteten wir oberhalb des Rinderstalls eine große Bergehalle, die ursprünglich rein als Heu- und Strohlager gedacht war.
Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 2015: Die konsequente Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise. Bis dahin diente unser kleiner, traditioneller Erdkeller als Lager. Doch mit dem Bio-Zertifikat wuchs die Nachfrage so stark an, dass der Keller schnell zu klein wurde.
So begannen wir, die Bergehalle in Friesach schrittweise für die Erdäpfel zu nutzen. Was als Heulager geplant war, wurde sukzessive zum modernen Erdäpfellager mit einer Kapazität von fast 150 Tonnen (davon 40 Tonnen gekühlt) adaptiert. Diese Halle war über ein Jahrzehnt lang das Herzstück unserer Logistik, bis wir 2025 mit dem Neubau in Krasta den nächsten großen Schritt wagten.
Heute ist Friesach der Ort, an dem die Tradition weiterlebt. Mein Vater, Berthold Pichler sen., wohnt nach wie vor auf dem Hof, der auch heute noch die Heimat unserer Mutterkühe ist. Während unser neues Logistikzentrum nun im Krappfeld entsteht, bleibt Friesach das Herzstück unserer Herkunft und der Ort, an dem alles begann.
